Gesamtvorstandssitzung des Hessischen Schützenverbandes in Ober-Breidenbach

Stabilität, Erfolg, Veränderung und Öffentlichkeitsarbeit

Die Gesamtvorstandssitzung des Hessischen Schützenverbandes am 1. Oktober 2017 im Dorfgemeinschaftshaus in Ober-Breidenbach war für Hans-Heinrich v. Schönfels ein besonderer Moment, denn zum einen war es die konstituierende Sitzung mit den neu gewählten Bezirksschützenmeistern nach der Strukturreform des Verbandes und zum anderen die letzte Sitzung unter seiner Leitung als Präsident des Hessischen Schützenverbandes. […]Nach seiner Wahl zum Präsident des Deutschen Schützenbundes kündigte v. Schönfels seinen Rücktritt als hessischer Präsident für den 26. Oktober 2017 an. „Alle neuen Bezirksschützenmeister sind gewählt, die Arbeitsfähigkeit ist hergestellt und es ist alles sauber gelaufen“, sagte der scheidende Präsident bei Begrüßung der Sitzungsteilnehmer. Er bedankte sich bei Bezirksschützenmeister Wilfried Becker sowie den Mitgliedern des Schützenvereins Ober-Breidenbach für die Ausrichtung und bedauerte das krankheitsbedingte Fehlen von Jugendleiter Stefan Rinke, der wenige Tage zuvor beim Bundesjugendtag in Furth im Wald bei den Vorstandsneuwahlen von den Vertretern der zwanzig Landesverbände als Vizepräsident Jugend des Deutschen Schützenbundes bestätigt wurde.

25 Jahre im Gesamtvorstand des Schützenverbandes

In seinem letzten Bericht als Präsident ging Hans-Heinrich v. Schönfels auf seine 25-jährige Tätigkeit im Gesamtvorstand des Hessischen Schützenverbandes ein. „Bei der Entwicklung des Verbandes haben wir einiges bewegt.“ In seinem Rückblick verwies v. Schönfels auf vier Eckpunkte, die für ihn von besonderer Bedeutung sind. “Wir sind schuldenfrei“, unterstrich er die finanzielle Stabilität des Verbandes, den er im sportlichen Bereich in der erfolgreichsten Zeit seiner Geschichte sieht. „So erfolgreich waren wir noch nie. National sind wir eindeutig auf Platzzwei und haben bei den Deutschen Meisterschaften 48 Goldmedaillen gewonnen. „Bei den Jugendlichen und Junioren sind wir sogar auf Platz eins vor den Bayern“, stellte v. Schönfels fest, der das geänderte Leistungssportkonzept als Garant für ein Leistungsniveau auf hohem Niveau bezeichnete. Neben den beiden hauptamtlichen Trainern ist es für den Präsidenten auch besonders wichtig, dass die Bundesstützpunkte in Wiesbaden und Frankfurt am Main erhalten geblieben sind. „Das war wichtig für die Fördergelder.“ Von Seiten des Landessportbundes stellt Hans-Heinrich v. Schönfels eine starke Unterstützung fest und betonte, dass es wichtig ist in den verschiedenen Gremien mit eigenen Funktionären vertreten zu sein. „Da können falsche Entscheidungen abgewendet werden.“

Auf dem Weg zu einem modernen und zukunftsorientierten Sportverband

Das die 2012 begonnene Strukturreform des Verbandes im Jahr 2017 umgesetzt wurde, ist für Hans-Heinrich v. Schönfels der dritte wichtige Eckpunkt seiner Amtszeit. „Dadurch sind wir auf dem Weg zu einem modernen und zukunftsorientierten Sportverband.“ Er verwies besonders darauf, dass die Strukturreform basisdemokratisch legitimiert wurde und Hans-Heinrich v. Schönfels ist sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes sei früher stiefmütterlich behandelt worden, blickte der Präsident zurück und sieht eine sehr positive Entwicklung. „Wir müssen unseren Sport vermarkten und raus aus den dunklen Kellern“, so v. Schönfels. „Heute sind Schießsportevents angesagt.“ Er freute sich über das große Medieninteresse am Schützenverband während des Deutschen Schützentages. „Wir müssen den Weg weitergehen, um auf uns aufmerksam zu machen.“
Hans-Heinrich v. Schönfels zeigte sich stolz auf einen engagierten Verband und bedankte sich besonders bei Geschäftsführer Hans Bröer. „Andere Verbände beneiden uns um diesen Mann. Auf ihn ist Verlass.“

8.000 Starter bei den Hessenmeisterschaften

Den Bericht des Präsidenten ergänzten Sportleiter Otmar Martin und Schatzmeister Friedhelm Wollenhaupt. „Wir haben 14.000 Meldungen aus den Gauen für die Landesmeisterschaften bekommen und 8.000 Starter eingeladen“, sagte Otmar Martin, der den Ablauf der Titelkämpfe als problemlos bezeichnete. Friedhelm Wollenhaupt kündigte Veränderungen bei den Startgebühren für die Landesmeisterschaften an. „Die Gebühren werden nach dem Verursacherprinzip festgelegt“, so Wollenhaupt, der keine Überschreitungen beim Haushalt 2017 feststellte. „Es ist alles im grünen Bereich.“
Auf Vorschlag des Präsidiums wurden die Mitglieder der Finanz- und Ehrungsausschüsse neu gewählt. Friedhelm Wollenhaupt übernimmt den Vorsitz des Finanzausschusses, in den die ehemaligen Gauschützenmeister Berthold Stock und Michael Kratz sowie der neugewählte Bezirksschützenmeister Dieter Thielmann angehören. Einstimmig gewählt wurden die Mitglieder des Ehrungsausschusses in dem Hartmut Pfnorr den Vorsitz übernimmt. Neben dem Vizepräsident gehören die ehemaligen Kreisschützenmeister Fritz Emde und Wolfgang Wahl sowie der neue Bezirksschützenmeister Manfred Winter dem Ehrungsausschuss an.

Dem Sieger gehört eine entsprechende Auszeichnung

„80 Prozent sind in Ordnung und freigegeben. Es ist gut gelaufen“, berichtete Geschäftsführer Hans Bröer über den Stand der Etatplanungen für die Schützenbezirke. Bröer verwies zudem auf die einheitlichen Urkunden für die Ehrung der Bezirksmeister und Sportleiter Otmar Martin ergänzte: „Dem Sieger gehört eine entsprechende Auszeichnung, die Goldmedaille.“ Für die Rundenwettkämpfe empfang Martin den Einsatz des Onlinemelders, der im Bayerischen Schützenbund bereits flächendeckend genutzt wird.“ Der Sportleiter stimmte dem Vorschlag des Bezirksschützenmeisters Lothar Schließner zu, der empfahl den Bezirken die Wahl zu lassen. „Wo die Rundenwettkampf-EDV gut läuft, sollte sie bestehen bleiben.“
Für die künftigen Hessischen Schützentage können die Schützenbezirke pro 400 Mitglieder einen Delegierten entsenden und für das Landeskönigsschießen wird die Anmeldung des teilnehmenden Bezirksschützenkönigs mit einem Bild gewünscht, um eine Vorstellung im Rahmen einer Broschüre vornehmen zu können. Hans Bröer verwies auf den Meldeschluss für das Landeskönigsschießen am 17. Januar 2018.

Blasrohrschießen als Disziplin angemeldet

Zwei Wochen frühere Meldetermine für die Teilnahme an den Hessenmeisterschaften kündigte Sportleiter Otmar Martin an, der betonte, dass die aktiven Schützen nicht dafür bestraft werden, wenn es in der Verwaltung Probleme geben sollte. Martin verwies zudem auf die gravierenden Veränderungen bei den Altersklassen, kündigte an, dass künftig Frauen auch in den Wettbewerben „Freie Pistole“ und „Schnellfeuerpistole“ startberechtigt sind und erklärte die neuen Disziplinen für die Mehrschüssige Luftpistole. „Es sind neue Mixed-Wettbewerbe für Luftgewehr und Luftpistole im Programm. Jeder Landesverband kann dafür jeweils zwei Teams für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften melden.“ Der Sportleiter empfahl den Bezirken, sich bei Disziplinen mit wenigen Teilnehmern zusammenzuschließen und verwies darauf, dass beim Blasrohrschießen keine Hessenmeisterschaften ausgetragen werden.
„Das Blasrohrschießen haben wir beim Landessportbund als Disziplin angemeldet“, sagte Hans Bröer, der auf die Aktivitäten im Blasrohrschießen einging, dass im Breitensportbereich angeboten werden soll. „Fritz Klink wurde beauftragt, sich darum zu kümmern. Ein Regelwerk steht zur Verfügung und die Wettbewerbe sollen bei den Vereinen stattfinden.“

Angespannte personelle Situation in der Geschäftsstelle

Der Geschäftsführer ging auf die angespannte personelle Situation in der Geschäftsstelle ein. „Es ist die Ausschreibung einer neuen Vollzeitstelle geplant“, kündigte Bröer an, der zudem auf Informationsveranstaltungen für Bezirksschützenmeister am 14. November 2017 in Odershausen bei Bad Wildungen und am 17. November 2017 im Landesleistungszentrum Frankfurt am Main an. „Die Verwaltung und die Vertretung nach Außen werden zu den Themen gehören“, so Hans Bröer an die Bezirksschützenmeister. Auch für die Online-Mitgliederverwaltung „DAVID21“ sind Schulungsmaßnahmen vorgesehen, die für den 10. und 16. Dezember 2017 geplant sind.
Hans Bröer stellte die Bezirksjugendförderung des Hessischen Schützenverbandes ab 2018 vor, für die ein Budget von maximal 15.000 Euro eingeplant ist. Zu den Voraussetzungen gehört, dass ein Bezirkskader gebildet und ein regelmäßiges Kadertraining durchgeführt wird. Die Trainingstage mit mindestens fünf, maximal acht Jugendlichen werden mit den zur Verfügung stehenden Honorartrainern durchgeführt und es wird die Anwesenheit der Bezirks- und Vereinstrainer gewünscht.
Der 67. Hessische Schützentag 2018 in Wetzlar
Nach einem positiven Rückblick auf den Deutschen Schützentag 2017 in Frankfurt („Da haben wir Maßstäbe gesetzt.“) kündigte Hans-Heinrich v. Schönfels seine offizielle Verabschiedung aus dem Amt des Hessischen Schützenpräsidenten für den 67. Hessischen Schützentag in Wetzlar (13. bis 15. April 2018) an, dessen attraktives Programm von Bezirksschützenmeisterin Dunja Boch vorgestellt wurde.
Im Jahr 2018 wird die nächste Gesamtvorstandssitzung am 29. und 30. September in Baunatal stattfinden.
„Es war eine schöne Zeit und es hat mir Spaß gemacht“, sagte Hans-Heinrich v. Schönfels zum Abschluss der Gesamtvorstandssitzung und als Dank erhielt er von Bezirksschützenmeister Wilfried Becker einen großen Blumenstrauß.